Nein, gemeinsames Beten stand nicht auf der Agenda, aber insofern der o. g. Begriff auch außerhalb des christlichen Kontextes „Zusammenarbeit, Austausch und Streben nach Einheit“ bezeichnet, gab es auf der diesjährigen JEM vielerorts redliches und durchaus erfolgreiches Bemühen.
Für bislang Uneingeweihte: Die JEM (Jugend-Erholungs-Maßnahme, auch Kanu-Camp) findet seit über 50 Jahren alljährlich in den ersten drei Wochen der Sommerferien in Österreich oder Frankreich statt. Organisiert wird die Veranstaltung „von Paddlern für Paddler“ von ehrenamtlichen Enthusiasten, denen mein größter Dank und meine Hochachtung gilt, nicht nur, weil sie so geil paddeln, sondern vor allem, weil sie mit großer Freude und viel Idealismus auch anderen das Paddeln auf mehr oder weniger wilden Gebirgsflüssen ermöglichen.
Auch wir Neptunys nehmen seit vielen Jahren dieses Angebot gerne in Anspruch. So haben wir uns auch in diesem Jahr mit einer Gruppe von etwa 15 Paddelbegeisterten für eine bis drei Wochen nach Mooslandl in der Steiermark aufgemacht, um gemeinsam zu paddeln, zu essen, trinken, zu feiern, diskutieren, wandern, radeln, klettern…
Um nochmal der titelgebenden „Ökumene“ Rechnung zu tragen, muss unbedingt erwähnt werden, dass es nun, nachdem die Jem viele Jahrzehnte den sitzend und in Ausnahmefällen auch kniend Paddelnden vorbehalten war, eine ambitionierte stehend-Paddler-Fraktion (auch Supper genannt) gibt, die nicht nur am gemeinsamen Paddeln, sondern auch an gemeinsamen Schulungen und Sicherheitstrainings interessiert ist. Auch aus den Reihen der Kajak-Fahrenden gibt es vermehrt Interesse am Austausch und (neben einigen, die ohnehin beides machen) sogar (äußerst mutige und begabte!) Pioniere auf dem Board.
Auch die Ernährung betreffend gab es in unserer Gruppe definitiv Annäherung: So wissen nun beispielsweise die Veganer, dass nicht alle Fleischesser unreflektierte und gewissenlose Barbaren sind (wenn auch nicht alle moralischen Fragen abschließend geklärt werden konnten) und die Allesesser haben mit Freude zur Kenntnis genommen, wie schmackhaft veganes Essen sein kann und dass das milcheiweißfreie Magnum seinem Vorbild geschmacklich mindestens ebenbürtig ist.
Ich für meinen Teil hatte große Freude am Paddeln im Sitzen und im Stehen, am Essen mit und ohne Tier, und auch an allen anderen individuellen und gemeinschaftlichen Tätigkeiten und Beschäftigungen. Ich hoffe sehr, dass die Jem auch im kommenden Jahr stattfinden kann und wird und dass auch wir Neptunys daran teilnehmen.
Gerhild Püschel










